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Ein Konzert der besonderen Art in der BDH-Klinik Greifswald

30.06.2022

Langjähriges Mitglied des Feuerwehr-Schalmeienorchesters Lühmannsdorf E.V. spielt nach einem schweren Verkehrsunfall, noch während seines Aufenthaltes in der BDH-Klinik Greifswald, wieder sein erstes Konzert.

Ein Konzert der besonderen Art in der BDH-Klinik Greifswald

Bis Ende Februar dieses Jahres verlief das Leben von Herrn Hoge in ganz gewöhnlichen Bahnen.
Als Vater von zwei Kindern engagierte er sich in seiner Freizeit, gemeinsam mit seiner Frau, beim Feuerwehr-Schalmeienorchester Lühmannsdorf E.V. und spielt bis zu 15 Konzerte jährlich. Bereits seit 1989 ist er Orchestermitglied, nachdem er eines Tages von seinem Vater mitgenommen wurde. Das Orchester selbst wurde bereits 1960 gegründet und hat momentan ca. 40 aktive Mitglieder, von denen auch einige noch aktive Feuerwehrmänner und Frauen sind.
Doch ein schwerer Verkehrsunfall riss ihn aus seinem gewohnten Leben. Nach dem Erwachen aus einem 2-wöchigen Koma war für ihn auf einen Schlag alles anders. Neben den körperlichen Verletzungen hatte er vor allem mit geistigen Beeinträchtigungen zu kämpfen und wurde daher in das Zentrum für NeuroRehabilitation der BDH-Klinik Greifswald überwiesen.
Dabei machten ihm nicht nur koordinative Probleme und das Sehen von Doppelbildern das Leben schwer. „Als ich erwachte hatte ich mit einem schweren Gedächtnisverlust zu kämpfen.“ Erzählt mir Herr Hoge in unserem Gespräch, ein paar Tage vor dem Auftritt. „Ich habe nicht mal meine Familie erkannt, konnte mich an nichts erinnern oder zeitlich einordnen“. Doch dank der medizinischen und pflegerischen Betreuung und den intensiven, vielfältigen Therapien, wie dem Problemlösetraining, konnte Herr Hoge sehr bald sichtbare Erfolge erzielen. Die Fähigkeit sein geliebtes Instrument wieder spielen zu können, ist vielleicht der beste Beweis für seine bemerkenswerte Genesung.

Das bevorstehende Konzert wurde dann auch gleich als Anlass genommen um den Patienten einen angenehmen Nachmittag zu bereiten. Bei bestem Wetter gab es bereits ab 16:45 Uhr eine musikalische Einstimmung durch unsere Musiktherapeutin Frau Molle und Leiterin der Heilpädagogik Frau Münchow. Gesungen wurden deutsche und englische Klassiker, die zum Mitsingen animierten und von Frau Molle auf ihrer Gitarre begleitet wurden. Auch der Grill wurde angeheizt und unser Heilpädagoge Herr Felgenhauer grillte leckere Bratwürste für alle. Um 17:30 Uhr war es dann endlich soweit und das Schalmeienorchester betrat den Hof und bereitete sich vor. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits über 40 Gäste, vorrangig Patienten und ihre Besucher, eingefunden und auch auf den Balkonen wuchs die Zahl der Zuschauer. Aber noch bevor das erste Lied erklang, nutzte die Orchesterleiterin Frau Hinz die Gelegenheit das Publikum zu begrüßen und mit sehr emotionalen Worten auf das Konzert einzustimmen. Alle waren sichtlich ergriffen, dass sie nach dem schweren Unfall ihres Kameraden endlich wieder gemeinsam spielen konnten, ein Umstand der vielen vor kurzem noch unmöglich erschien. Nun wurde es aber Zeit loszulegen und lautstark wurden die ersten Lieder gespielt. Schon nach kurzer Zeit erweiterte sich der Publikumskreis, da auch zahlreiche Passanten am Zaun haltmachten und das Konzert genossen/verfolgten. Eine Überraschung hatte Herr Hoge auch noch parat. Er wusste, dass eine Patientin an diesem Tag ihren Geburtstag hatte und so bat er das Orchester kurzerhand ob sie nicht ein kleines Ständchen zum Besten geben könnten. Nur einen Augenblick später erfreute sich das Geburtstagskind an einem Medley verschiedener Geburtstagslieder. Nach über einer halben Stunde wurde das Konzert, nach einer Zugabe und lautstarkem Beifall beendet.
Als Dank und kleine Aufmerksamkeit konnte Frau Münchow dem Orchester zum Abschied noch eine kleine Spende in Höhe von 100,- Euro überreichen.
Sichtlich zufrieden und im Falle von Herrn Hoge auch erschöpft, ging ein wunderbarer Nachmittag in der Klinik zu Ende. Vielleicht kommt das Orchester ja eines Tages zurück, aber dann ohne einen Patienten in ihren Reihen zu haben.
 

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH, der große deutsche Sozialverband und Klinikträger, ist führend auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Der BDH bietet soziale und sozialrechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken in Braunfels (Hessen), Elzach (Baden-Württemberg), Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), Hessisch  Oldendorf (Niedersachsen) und Vallendar (Rheinland-Pfalz) . Dazu kommen die BDH-Klinik Waldkirch für Chirurgie und Innere Medizin, das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das BDH-Therapiezentrum Ortenau mit Standorten in Offenburg und Gengenbach. 

Die stationäre neurologische Rehabilitation in den BDH-Kliniken nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

BDH-Klinik Greifswald gGmbH • Karl-Liebknecht-Ring 26a • 17491 Greifswald • Telefon 0 38 34 / 8 71 - 0
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