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Mit kaltem Plasma gegen Wunden

14.03.2019

Eine der häufigsten Komplikationen, die bei querschnittgelähmten Patienten auftreten, sind Druckstellen oder auch Druckgeschwüre (Dekubitis). Dagegen ist jetzt an der BDH-Klinik Greifswald ein innovatives Gerät im Testeinsatz.

Ist kaltes Plasma ein Durchbruch bei der Behandlung von Druckgeschwüren?
Ist kaltes Plasma ein Durchbruch bei der Behandlung von Druckgeschwüren?

Gerade bei Rollstuhlfahrern kommt es häufig zu offenen Wunden. Diese entstehen durch anhaltenden äußeren Druck auf die Haut und heilen meist nur langsam. Zur Behandlung von chronischen Wunden und erregerbedingten Erkrankungen testet die BDH-Klinik Greifswald derzeit ein neues Medizinprodukt, das mit Kaltplasma arbeitet. „Wir sind Neuanschaffungen und neuen Therapieformen gegenüber sehr aufgeschlossen und möchten uns ständig weiterentwickeln, um unseren Patienten die bestmögliche Behandlung zu bieten“, so Roger Gierczak, Geschäftsführer des Greifswalder Fachzentrums. Deswegen investieren sie stetig in innovative Therapien und Geräte.

„Die Behandlung von Druckgeschwüren bei Querschnittgelähmten ist eine große Herausforderung. Der Heilungsprozess ist langwierig und die Beschwerden schränken den Patienten zusätzlich ein. Zusätzlich zu der normalen Wundversorgung durch verschiedene Auflagen kommt bei uns nun der Plasma-Pen zum Einsatz“, berichtet Oberarzt Robert ten Venne. „Wir nutzen das Gerät derzeit als Ergänzung und testen, ob die Anschaffung für uns infrage kommt. Bisher wurden in anderen Kliniken erfolgversprechende Ergebnisse erzielt.“

Die neue Kaltplasmatherapie wird äußerlich angewendet, ist schmerzfrei, punktgenau und wirkt auch in Vertiefungen. Sie fördert durch die Anregung körpereigener Vorgänge die Wundheilung und Regeneration von Gewebe. Plasma ist der vierte Aggregatszustand, der dadurch erzeugt wird, dass einem Gas Energie zugeführt wird. Das ionisierte Gas wirkt stark antibakteriell und entzündungshemmend. Dadurch werden viele Arten von Erregern, auch multiresistente Bakterien, abgetötet. Bisher wurden laut Hersteller keine Nebenwirkungen und Resistenzbildungen beobachtet.

 

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH, der große deutsche Sozialverband und Klinikträger, ist führend auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Der bietet BDH soziale und sozialrechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken in Braunfels (Hessen), Elzach (Baden-Württemberg), Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), Hessisch  Oldendorf (Niedersachsen) und Vallendar (Rheinland-Pfalz) . Dazu kommen die BDH-Klinik Waldkirch für Chirurgie und Innere Medizin, das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das BDH-Therapiezentrum Ortenau mit Standorten in Offenburg und Gengenbach. 

Die stationäre neurologische Rehabilitation in den BDH-Kliniken nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

BDH-Klinik Greifswald gGmbH • Karl-Liebknecht-Ring 26a • 17491 Greifswald • Telefon 0 38 34 / 8 71 - 0
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