Neue Therapieansätze für Muskelkranke

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OZ vom 15.03.2010

Greifswald. Prof. Heinz Lauffer vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin und Spezialist für Muskelerkrankungen bei Kindern
und Jugendlichen war am Sonnabend ein gefragter Gesprächspartner beim Muskeltag im Berufsbildungswerk. Etwa 800 Muskelkranke gibt es in unserem Land. Wie sie noch besser diagnostiziert und behandelt werden können, darüber informierte dieser Fachtag. Viele Betroffene machten sich selbst auf den Weg nach Greifswald, um aus erster Hand über neue Behandlungsmethoden bei neuromuskulären Erkrankungen zu erfahren. Prof. Thomas Platz, Ärztlicher Direktor der BDH-Klinik, stellte das neue 3-Phasen-Modell vor, das an das erfolgreiche 3-Phasen-Modell bei Menschen mit schweren Kopfverletzungen anknüpft. Dieser Ansatz verfolgt eine interdisziplinäre medizinische Behandlung und Rehabilitation in enger Kooperation mit dem Muskelzentrum Vorpommern am Uniklinikum, der BDH-Klinik als Neurologisches Rehabilitationszentrum und dem Berufsbildungswerk in Greifswald. Das Modell soll vor allem muskelkranken Jugendlichen und Erwachsenen helfen, wieder einen Platz im Berufsleben zu finden. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass dieses auf jeden Patienten individuell zugeschnittene Modell nun auch bei seltenen Muskelerkrankungen Anwendung findet. Wir sind damit Vorreiter,
nicht nur in MV“, schätzt Helmut Mädel, neugewählter Vorsitzender des Landesverbandes MV der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e. V. (DGM), ein.
Der Greifswalder hofft, dass das Wissen und Können der hiesigen Spezialisten weiter herum spricht. Auch Prof. Lauffer hat große Erwartungen. „Muskelkranke sind in der Öffentlichkeit nicht so präsent, erfahren nicht so viel finanzielle Unterstützung wie Krebspatienten. Während bei Kindern mit
Leukämie 80 Prozent geheilt werden können, sind es bei muskelkranken Kindern nicht einmal 30 Prozent, die Erkrankung ist oft vererbt“,
berichtet der Mediziner.Mit dem3-Phasen-Modell könnten Betroffene einen Zugewinn an Lebensqualität erreichen. Deshalb müsse der neuartige Greifswalder
Therapieansatz weiter bekannt gemacht werden. C.M.



vom 15.03.2010

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