Die Therapien

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Inhalt

Ergotherapie
Physiotherapie
Physikalische Therapie
Musiktherapie
Neuropsychologie und Klinische Psychologie
Logopädie
Medizinische Funktionsdiagnostik
Heilpädagogik
Sozialdienst


Ergotherapie          Nach oben

Leistungsspektrum und -methoden:
(ambulant und stationär)

  • Training von Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Senso - motorisch - funktionelles Training
  • Wahrnehmungsschulung
  • Training kognitiver Funktionen
  • Hilfsmittelversorgung
  • Belastungserprobung

Ausstattungsmerkmale:

  • räumlich
  • Hauswirtschaft/Küche
  • Schienenraum
  • 3 Werkräume (Keramik, Holz, Flechten)
  • 5 Therapieräume
  • Außen-Sportanlage
  • Übungsraum mit Umfeldsteuerung
  • technisch
  • PC-Arbeitsplätze
  • Werkmaschinen
  • Brennofen
  • Küche mit ergonomisch anpassbarer Arbeitsfläche incl. Geräte
  • Übungsbad
  • Bi Manu Track, Motorschiene, Flowtron
  • personell
  • 16 erfahrene Ergotherapeuten

Ergotherapie - abgeleitet vom griechischen "ergon" (tun, arbeiten, handeln, tätig sein) - ist eine ganzheitlich ausgerichtete medizinische Behandlung, die psychologische, pädagogische und soziale Aspekte einbezieht. Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind, bei für sie bedeutungsvollen Betätigungen mit dem Ziel, sie in der Durchführung dieser Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.

Behandlungsschwerpunkte und Krankheitsbilder

Die Behandlungsschwerpunkte dieser Klinik sind auf den neurologische erkrankten Patienten ausgerichtet. Dominierende Krankheitsbilder sind:

  • Zustand nach Schädel-Hirn-Trauma
  • Apoplex / Hirninfarkt
  • Polyneuropathien
  • hypoxische Hirnschädigung
  • Tumorerkrankungen
  • Polytraumen
  • Querschnittlähmung

Ergotherapeutische Maßnahmen gliedern sich inhaltlich in 8 Hauptbereiche

  • Training von Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Motorisch - funktionelles Training / Arm-Basis-Training / Arm-Fähigkeitstraining
  • Wahrnehmungstraining
  • Training kognitiver Funktionen
  • Hilfsmittelversorgung, -anfertigung und -erprobung
  • Wohnberatung
  • Belastungserprobung
  • Sozialtraining (Stadt, Küche)

Hierbei werden die Patienten, abhängig vom Schweregrad der Krankheit und vom Therapieziel in Einzel- oder Gruppentherapie behandelt. Wesentliche Therapieansätze sind den Behandlungskonzepten von Bobath, Affolter, der Cognitiv Therapeutischen Übung (Perfetti), Manuelle Therapie und dem Impairment-Oriented Training® entnommen. Die Anpassung von Hilfsmitteln an die individuellen Gegebenheiten des Patienten erfolgt immer in Zusammenarbeit mit Spezialisten oder einem Fachteam, um für den Patienten ein optimales Versorgungsergebnis zu erzielen. Hierbei spielt die Ergotherapie als Koordinationszentrum eine bedeutende Rolle.


Physiotherapie          Nach oben

Leistungsspektrum und -methoden:
(ambulant und stationär)

  • Bobath-Konzept
  • Vojta-Konzept
  • PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation)
  • Manuelle Therapie
  • Wasserbehandlung nach Halliwick
  • Laufbandtherapie

Ausstattungsmerkmale:

  • räumlich
  • große Therapiehalle mit 5 Therapieplätzen
  • 2 Einzelbehandlungsräume
  • Therapieraum auf allen Stationen in der Neurologie
  • Bewegungsbad
  • Außen-Sportanlage
  • technisch
  • medizinische Trainingstherapiegeräte
  • Laufband
  • Schlingentisch
  • Isokenetisches Muskeltrainingsgerät
  • Transferhilfen
  • personell
  • 19 Physiotherapeutinnen und -therapeuten
  • 5 Sporttherapeuten

Die Physiotherapie ist die größte therapeutische Abteilung in der BDH-Klink Greifswald.

Der Abteilung steht eine große Therapiehalle mit 5 Therapieplätzen medizinische Trainingstherapiegeräte und ein Laufband zur Verfügung. In drei Einzelbehandlungsräumen, sind Schlingentischbehandlungen und Arbeit an einem isokinetischen Muskeltrainingsgerät möglich.

Die Therapie im Wasser ist in einem großzügigen Bewegungsbad mit Transferhilfen selbst für schwerstbehinderte Patienten möglich. Die Physiotherapeutinnen behandeln Patienten mit neurologischen Erkrankungen aller Schweregrade und Patienten mit Querschnittlähmungen. Zusätzlich können Patienten aus den Bereichen Orthopädie, Traumatologie und Pädiatrie ambulant behandelt werden.

Die Behandlungen verfolgen das Ziel, die verlorenen Fähigkeiten der Patienten zu trainieren um die größtmögliche Selbstständigkeit wieder zu erlangen.

Die Therapieverfahren gründen sich auf neurophysiologische Prinzipien:

Das Bobath-Konzept

  • beinhaltet das richte Lagern, den Transfer, die Tonusregulation und das Erarbeiten der verlorenen Fähigkeiten. Bobaths gingen von Alltagssituationen aus und nahmen diese als Therapiegrundlage.

Das Vojta-Konzept

  • beinhaltet Reflexlokomotion, das heißt ganze Fortbewegungskomplexe werden in verschiedenen Positionen erarbeitet, z. B. das Drehen in 4 Phasen.

PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation)

  • hier werden Gebrauchsbewegungen der Arme, Beine, des Kopfes und des Rumpfes erst passiv, dann assisstiv und zum Schluß gegen Widerstand mit unterschiedlichen Techniken erarbeitet.

Physikalische Therapie          Nach oben

Leistungsspektrum und –methoden:
(ambulant und stationär)

  • Massagen
  • Elektro-Licht- und Lasertherapie
  • Balneotherapie
  • Einzel- und Gruppenbehandlungen
  • Hydrotherapie
  • Kryotherapie
  • Saunatherapie

Ausstattungsmerkmale:

  • räumlich
  • Sauna
  • 3 Therapieräume
  • Bewegungsbad
  • Ruhezonen
  • technisch
  • Elektrotherapie
  • Elektrostimulationsgerät
  • Laser
  • Bäder (Vollbäder, Stangerbäder, Wechselbäder, Zwei- und Vierzellenbäder)
  • Unterdruckmassage
  • Posturographie
  • personell
  • 5 Therapeuten, Masseure und med. Bademeister

Behandelt werden in der Physikalischen Therapie in erster Linie Schmerzzustände des Bewegungsapparates (Skelett, Bänder; Muskeln, Sehnen) und Bewegungseinschränkungen. Die Physikalische Therapie dient auch dem Wiederaufbau der allgemeinen körperlichen Belastbarkeit und hier insbesondere dem Training der Kreislauffunktion.

Zur Anwendung kommen folgende Behandlungsmethoden.

  • Massagen (umfassende Techniken);
  • Elektro- Licht- und Lasertherapie zur Behandlung von Krankheitsfolgen, Rehabilitation von daraus resultierenden Störungen;
  • das Elektrostimulationsgerät unterstützt das noch intakte Nerven- und Bewegungssystem der gelähmten Extremitäten;
  • Infrarot- Phototherapie dienen der Durchblutungsförderung, Schmerzlinderung, Muskelrelaxion, Resorptionsförderung und der Steigerung der Schweißabsonderung. Das in der Lasertherapie verwendete Laserlicht kann anregende Stoffwechselwirkungen auf die bestrahlten Gewebepartien entfalten;
  • die Hydrotherapie umfasst Bewegungsbäder als Einzel- und Gruppenbehandlung, Vollbäder, Stangerbäder, Wechselbader, Zwei- und Vierzellenbäder, Unterwasserdruckmassage und Saunatherapie;
  • die Kryotherapie bewirkt: Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
  • Die Bewegungstherapie im Wasser bewirkt eine Funktionsverbesserung von Muskeln und Gelenken, sowie Tonusreduzierung;
  • unter Baleotherapie versteht man die Behandlung mit Bädern. Durch Zusatz von bestimmten Substanzen werden unterschiedliche therapeutische Effekte erzielt.
  • die Wärmebehandlung dient der Schmerzlinderung und der Muskelrelaxion. Sie wird häufig mit Schlämmen z. B. Moorpackungen durchgeführt;
  • die Saunatherapie vereinigt Effekte der Wärmebehandlung mit kreislauftrainierender Wirkung.

Unsere Schwerpunkte in der Rehabilitation sind:

  • In der Elektrotherapie die Stimulierung der wiederkehrenden bzw. noch vorhandenen Aktivität durch ein modernes Elektrostimulationsgerät;
  • In der Hydrotherapie die Gruppentherapie im Bewegungsbad und die Behandlung von Lähmungen im Stanger- und Vierzellenbad. Die Unterwasserdruckmassage kombiniert ein Wannenbad mit einem Unterwasserstrahl, der massageähnliche Effekte entfaltet;
  • Bei den med. Massagetechniken:
    • die Lymphdrainage für die Behandlung von posttraumatische-inaktivitäts- und lähmungsbedingten Ödemen:
    • die Colonmassage zur Anregung der Darmtätigkeit, da durch längere Immobilisation eine Obstipation entstehen kann:
    • in der Balneotherapie die Applikation von Moorpackungen (Fango) bei Schmerzen durch Verspannung und Überanspruchung im muskulären Bereich.

Musiktherapie          Nach oben

Leistungsspektrum und –methoden:
(ambulant und stationär)

  • gruppen- und einzelmusiktherapeutische Angebote mit dem Ziel der ganzheitlichen Begleitung von Patientinnen und Patienten, sowie der Förderung und Entwicklung ihrer situationsbedingt verbliebenen und verschütteten Ressourcen. Der Schwerpunkt liegt im emotional- affektiven Bereich.

Ausstattungsmerkmale:

  • räumlich
  • heller, geräumiger Arbeitsraum für Einzel- und Gruppentherapien
  • Snoezelenraum
  • technisch
  • neben Klavier und Gitarre ein umfassendes speziell therapeutisches Instrumentarium, z.B. Klangwiege, Klangschalen, Monochord, Kantelen, Schlitztrommel, Orff- Instrumente, Keyboard, Röhrenglocken, Steeldrum, Regenmacher, Schlagzeug, sowie diverse Trommeln und andere Perkussionsinstrumente
  • elektronische Tonanlage für rezeptive Verfahren, sowie zur audio- visuellen Dokumentation
  • personell
  • eine Musiktherapeutin

„Musik beginnt da, wo das Wort unfähig ist, auszudrücken. Musik wird für das Unaussprechliche geschaffen.“

Claude Debussy.

Jeder Mensch kennt Situationen, in denen Sprache als Ausdrucksmedium an Grenzen stößt. Die gruppen- und einzeltherapeutischen Angebote zielen entsprechend unseres Gesamtkonzeptes auf eine ganzheitliche Begleitung von Patientinnen und Patienten und einer Förderung wie Entwicklung ihrer situationsbedingt verbliebenen wie verschütteten Ressourcen mit einem Schwerpunkt im emotionalen - affektiven Erfahrungsbereich. Musiktherapie hat ihren Kern im Intensivbereich unseres Hauses bzw. bei Patientinnen und Patienten, für die aufgrund ihrer Entwicklung oder ihrer Persönlichkeitsstruktur Verbaltherapien nicht uneingeschränkt anwendbar sind. Je nach Situation, insbesondere im Intensivbereich, finden Musiktherapien auch auf den Stationen, z. T. direkt am Bett der Patientin bzw. des Patienten statt.

Im Einzelnen finden sie Anwendung bei Patientinnen und Patienten:

  • mit apallischem Durchgangssyndrom bzw. Beeinträchtigungen bis Ausfall des Sprachzentrums
  • mit Folgen von Aphasie u.a. zur Schaffung einen nonverbalen, basalen Dialograums, zum Dialogaufbau, zur Entdeckung und Gestaltung neuer Kommunikations- und Spielräume, zur verbalen Sprachförderung durch Singübungen und Lieder;
  • mit affektiven Auffälligkeitsvermögens, zur emotionalen Lockerung und Entspannung, zur Reaktivierung emotionaler Beweglichkeit, zum Abbau von Angst und Hemmungen, zur kreativen Auseinandersetzung mit Problemen;
  • mit hinrorganisch bedingter Leistungsminderung zum Konzentrations-, Ausdauer- und Gedächtnistraining, zur Erarbeitung optischer, akustischer, taktiler und motorischer Koordination, zur Verknüpfung von Bewegung und Klangerlebnis, zur Zuordnung sprachlicher Begriffe zum musikalischen Handeln, zur Förderung von Geschicklichkeit sowie Simultan- und Ganzkörperbeherrschung sowie als Anregung zur willkürlicher motorischer Bewegung;
  • zur Unterstützung der Krankheitsbewältigung durch eine Förderung der Selbstwahrnehmung, durch die Anregung zu Annäherungsverhalten, Neugier und Erkundungsbereitschaft, durch Hilfe zur Verhaltensstrukturierung, zur Förderung und Widerherstellung der körperlichen und seelischen Selbstständigkeit, durch Erleben von Eigenaktivität, durch Auflockerung und Aktivierung im leistungsfreien Spielraum bzw. durch Schaffung von Möglichkeiten von Entlastung und Rekreation;
  • eine regelmäßige interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Therapie-bereichen fördert den ganzheitlichen Ansatz und fachübergreifenden Austausch. Wöchentlich ein bis zwei Gruppenangebote haben sich etabliert z.B. in Zusammenhang mit
    • Heilpädagogen und Ergotherapeuten („MORGENLIED“)
    • Logopäden („AphaSong“- Musiktherapie mit Aphasikern) und mit
    • Neuropsychologen („SingSpiel“).

Neuropsychologie und Klinische Psychologie          Nach oben

Leistungsspektrum und –methoden:

  • Diagnostik und Therapie
  • kognitive Leistungsfähigkeit
  • emotionale Belastungen
  • Veränderungen des Verhaltens
  • Krankheitsverarbeitung
  • Angehörigeninformation und -beratung
  • Verhaltenstherapie
  • Stress- und Schmerzreduktion
  • Fahrproben
  • Einzel- und Kleingruppentherapien
  • Neuro-Orthoptik
  • Blickbewegungstraining zur besseren räumlichen Orientierung bei Gesichtsfeldausfällen oder halbseitiger Vernachlässigung (Neglect);
  • Training zur Reduzierung einer Lesestörung infolge halbseitiger Gesichtsfeldverluste;
  • Augenbewegungsübungen und Prismenausgleich bei gestörter Zusammenarbeit beider Augen durch Augenmuskellähmungen.

Ausstattungsmerkmale:

  • räumlich
  • 8 großzügige, funktionale Räume
    • PC-Trainingsraum
    • Gruppenräume
  • technisch
  • computergestützte Diagnostik- und Trainingsprogramme
  • optische Diagnostikgeräte
  • personell
  • 6 Diplom-Psychologen/innen
  • 2 Orthoptistinnen

Das Gehirn ist das komplizierteste Organ des Menschen.

Verletzungen und Erkrankungen in dieser „Steuerungszentrale“ für unser Handeln, Denken und Fühlen beeinträchtigen oft auch die Fähigkeit, im Alltag wie bislang gewohnt zurechtzukommen.

Wir arbeiten bereits in der Phase der Maximalversorgung und Frührehabilitation mit den Patienten. Weil nach Schlaganfällen und Schädel-Hirn-Traumen häufig auch das Ehen und die Wahrnehmung beeinträchtigt sind, wird unser Team von 2 Orthopistinnen unterstützt und ergänzt.

Zu unseren Aufgabengebieten in der Neuropsychologie gehören insbesondere die Diagnostik und die Therapie

  • Der kognitiven Leistungsfähigkeit (z. B: Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Selbstunsicherheit)
  • Der emotionalen Belastung (z.B. Depressivität, Angst, Selbstunsicherheit) sowie
  • Der Veränderungen des Verhaltens (z.B. Antriebsmangel, Aggressivität, Reizbarkeit)

Bei allen Patienten und Rehabilitanden liegt ein weiterer Schwerpunkt in der Förderung der Krankheitsverarbeitung. Dies kann auch bedeuten, gemeinsam mit Patienten/in und Angehörigen Wege zu erarbeiten, mit der Krankheit und den voraussichtlich bleibenden Folgen möglichst gut zurecht kommen. Die Angehörigeninformation und Angehörigenberatung sind eine wichtige Ergänzung unserer patientenbezogenen Aktivitäten.

Desorientiert und verhaltensauffällige Patienten werden in einem strukturierten Rahmen auf verhaltenstherapeutische Grundlage behandelt. In den großzügig funktionalen Räumlichkeiten bieten wir über die individuellen Therapien hinaus auch störungsspezifisches Training in Kleingruppen an, bei denen vielfältige soziale Lernreize gegeben sind.

Hervorzuheben ist die breit gefächerte gute Ausstattung mit computergestützten Diagnosetechnik- und Trainingsprogrammen. Wichtiger Reha-Bestandteil sind auch Übungen zur Stress- und Schmerzreduktion.

Im Hinblick auf die oft brisante Frage der Fahreignung arbeiten wir mit einer Fahrschule zusammen und führen eine praktische Fahrprobe unter realistischen Verkehrsbedingungen mit dazu geeigneten Patienten durch.

Es besteht eine enge Kooperation zum Psychologischen Institut der Universität Greifswald und zum benachbarten Berufsbildungswerk Greifswald. Dort werden medizinische Belastungserprobungen zur Vorbereitung der beruflichen Tätigkeit durchgeführt und gemeinsam mit dem Sozialdienst begleitet.


Logopädie          Nach oben

Therapiekonzept

  • Das Ziel der logopädischen Therapie besteht in der maximalen Verbesserung bzw. Nutzung verbliebener Fähigkeiten in den Bereichen Sprache, Sprechen sowie Schlucken.
  • Das logopädische Behandlungskonzept orientiert sich an den aufeinander aufbauenden Phasen der neurologischen Rehabilitation. Die logopädische Behandlung kann schon unmittelbar nach der Verlegung aus der Akutklinik auf der Intensiv-, bzw. Maximalpflegestation erfolgen. Sie erstreckt sich über die Frührehabilitation, die Anschlussheilbehandlung, die tagesklinische und ambulante Betreuung bis hin zur beruflichen Wiedereingliederung.

Ausstattungsmerkmale:

  • personell
  • 5 Stellen: bestehend aus Logopädinnen, Diplom- Logopädin, Diplom- Patholinguistin und Diplom– Sprechwissenschaftlerin
  • räumlich
  • 6 große Einzeltherapieräume
  • 1 Gruppenraum

Leistungsspektrum und Methoden:

  • Diagnostik von Sprachstörungen (Aphasien)
  • Aachener Aphasie Test (AAT)
  • Aachener- Aphasie- Bedside– Test (AABT)
  • Aphasie- Check- Liste (ACL)
  • Lexikon modellorientiert LeMo
  • Diagnostik von kindlichen Sprachstörungen
  • Werscherberger Lautprüfmappe
  • Allgemeiner deutscher Sprachtest (ADST)
  • Aktiver Wortschatztest für 3 – 6 jährige Kinder (AWST)
  • Screeningverfahren zur Erfassung von Sprachentwicklungs- Verzögerungen bei Kindern im Alter von 3,5 – 4 Jahren
  • Diagnostik von Sprechstörungen (Dysarthrien)
  • Frenchay- Dysarthrie- Untersuchung
  • Untersuchungsbogen Neurogener Sprech- und Stimmstörungen (UNS)
  • Diagnostik von Schluckstörungen (Dysphagien)
  • Klinische Untersuchung
  • Videofluorographie
  • Nasolaryngoskopie

Therapie von Sprachstörungen

  • symptomorientierte Aphasietherapie:
    • Förderung der sprachlichen Modalitäten individuell auf das Störungsbild abgestimmt
    • Einbeziehung von Therapiemethoden wie z.B. MODAK (Modali- tätenaktivierung nach Lutz; PACE (promoting aphasics, communicative effectivness) nach Springer, Glindemann; Lexikon modellorientiert LeMo
    • Computergestützte Aphasietherapie
    • Hilfe bei Wiedereingliederungsschritten in den Kommunikationsalltag
    • Gruppenangebote: Kommunikationsgruppe, Aphasie- Musikgruppe, Konversationsgruppe, PACE- Gruppe

Therapie von Sprech- und Stimmstörungen

  • Funktionstraining aller am Sprechvorgang beteiligten Organe (Kraft, Beweglichkeit und Koordination)
  • sprech- und stimmzentrierte Maßnahmen

Therapie von Schluckstörungen

  • Therapiekonzepte:
    • Therapie des Facio- Oralen- Trakts (F.O.T.T.)
    • Funktionelle Dysphagietherapie (FDT)
    • Propriozeptive Neuromuskuläre Faczilitation (PNF)
    • Schrittweiser Kostaufbau durch therapeutische Essbegleitung mit individueller Kostanpassung inklusive Haltungs- und Schlucktechniken

Logopädische Behandlung für querschnittgelähmte Patienten

  • In der BDH-Klinik Greifswald werden neben der Behandlung neurologischer Patienten zusätzlich eine logopädische Diagnostik und Therapie sämtlicher Sprach- Sprech- Stimm- und Schluckstörungen für querschnittgelähmte Patienten angeboten.

Zusätzliche Leistungen

  • Zum Behandlungsspektrum gehören neben den therapeutischen Maßnahmen auch Patientenvorträge, die Anleitung und Beratung von Angehörigen und die Vermittlung in Selbsthilfegruppen.

Landesaphasiezentrum Mecklenburg- Vorpommern

  • In Kooperation mit dem BDH Bundesverband Rehabilitation, dem Landesverband für die Rehabilitation der Aphasiker in Mecklenburg-Vorpommern e. V. (LRA) und dem Bundesverband für die Rehabilitation der Aphasiker e. V. (BRA) wurde am Neurologischen Rehabilitationszentrum Greifswald am 03.11.2004 das Landesaphasiezentrum gegründet.
  • Die Aufgabenschwerpunkte unseres Landesaphasiezentrums liegen unter anderem in der Unterstützung der Selbsthilfegruppenarbeit, der Durchführung von Beratungen und Seminaren für Aphasiker, Angehörige und Fachpersonal.

Medizinische Funktionsdiagnostik          Nach oben

Welche neurologischen Diagnostikmethoden sind in der BDH-Klinik Greifswald möglich?

  • Elektromyographie (EMG) / Neurographie (ENG)(zur Funktionsanalyse der Muskulatur und des peripheren Nervensystems)
  • Elektroenzephalographie (EEG) einschließlich Langzeit-EEG (zur Messung elektrischer Hirnfunktionen)
  • Evozierte Potentiale (EP) / MEP (zur Funktionsanlayse von Leitungsbahnen des zentralen Nervensystems)
  • Extra- und transkranielle Doppler- und Farbduplex-Sonographie (zur Beurteilung von Strukturveränderungen, Stenosen und Verschlüssen an hirnversorgenden Gefäßen)
  • Posturographie (zur Stand- und Ganganalyse)
  • Neuro-Urologische Funktionsdiagnostik

Diagnostikmöglichkeiten in Kooperation mit der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald:

  • alle Möglichkeiten der Diagnostik in einem Universitätsklinikum, insbesondere
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Digitale Subtraktionsangiographie (DSA)
  • Nuklearmedizinische Methoden (einschl. SPECT)
  • Video-Urodynamik

Welche internistische Diagnostik wird durchgeführt?

Ultraschalluntersuchung

  • des Bauchraumes (Sonographie),
  • der Schilddrüse (Sonographie),
  • des Herzens (Echokardiographie)
  • der Gefäße (Duplex-Sonographie)

Spiegelung

  • des oberen Magen-Darm-Traktes (Ösophago-Gastro- Duodenoskopie),
  • der Luftröhre und der Bronchien (Bronchoskopie),
  • des Rachen- und Kehlkopfraumes (Laryngoskopie)

Röntgendiagnostik, Röntgen-Videofluroskopie

Langzeit-Blutdruck-Messung

EKG und Langzeit-EKG

Lungenfunktion

Ergometrie (Belastungs-EKG)

Durch die Kooperation mit der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald stehen alle diagnostischen Möglichkeiten einer Universitätsklinik zur Verfügung. Insbesondere werden neben Konsiliardiensten aller Kliniken die

  • radiologische Diagnostik mit CT und MRT des Kopfes und der Wirbelsäule,
  • die nuklearmedizinische Diagnostik mit SPECT

und

  • kardiologische Untersuchungsverfahren für die neurologischen sowie neurotraumatologischen Fragestellungen genutzt.

In der BDH-Klinik Greifswald werden durchgeführt:

  • alle neurophysiologischen Untersuchungsverfahren wie Elektromyographie, Elektroneurographie, Elektromyelographie, die Untersuchung der evozierten Potentiale zur Integritätsbeurteilung des zentralen und peripheren Nervensystems,
  • Untersuchungen der extra- und intrakraniellen Hirngefässe mit Duplex-Sonografie,
  • Posturografie,
  • neuro-urologische Diagnostik mit Urodynamik und rektaler Sonografie,
  • Schluckaktdiagnose mit Videofluoroskopie und Laryngoskopie,
  • internistische Diagnostik mit abdomineller und transthorakaler Sonografie, EKG, Langzeit-EKG, Ergometrie, Langzeitblutdruckmessungen, Gastroskopie und Bronchoskopie sowie Lungenfunktionsuntersuchungen,
  • Röntgendiagnostik,
  • laborchemische Untersuchungen,
  • neuropsychologische und psychologische Diagnostik einschließlich der Erfassung von Sehstörungen,
  • Diagnostik von Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen.

Heilpädagogik          Nach oben

Bereich Neurologie
Leistungsspektrum und -methoden:

  • Arbeit mit der basalen Stimulation – sie knüpft an die primärsten Warnehmungsfähigkeiten an und setzt nichts voraus. Die Grundelemente der basalen Stimulation sind:
    • Vibratorische Wahrnehmung, z. B. Stimmen, Laute, Töne, Musik und Bewegung
    • Vestibuläre Wahrnehmung, z. B. Schaukeln, Wiegen, Bewegung, Rotieren
    • Somatische Wahrnehmung, z. B. Berührung, (basale Ganzkörperwäsche)
  • Führen nach Affolter:
    • Verbesserung der Wahrnehmung durch Angebot von taktilen,
      d. h. von Berührungsinformationen
    • Reduzierung auf nötige Reize
    • Einbettung in für die Patienten sinnvolles Handeln

Bereich Querschnitt
Leistungsspektrum und -methoden:

  • Augleich und Entspannung zum Klinikalltag und die Unterstützung des Prozesses der sozialen Reintegration:
    • Kreativbereich Patienten arbeiten mit verschiedensten Materialien ihrer Wahl (z.B. Ton, Speckstein, Holz, Seide u. a.)
    • Aromatherapie in Verbindung mit Therapien wird mittels Duftlampen und Aromamassagen bei unseren Patienten Körper, Geist und Seele positiv beeinflusst (u.a. bei Schmerz- und Unruhezuständen)
    • Altersgerechte Beschäftigung mit Kindern
    • Stadttraining Gemeinsam mit den Therapeuten der Ergotherapie (z.B. Einkäufe, Ausflüge jeglicher Art)

Ausstattungsmerkmale:

  • räumlich
  • 2 Räume für Einzel- und Gruppentherapien
  • Snoezelenraum, Kreativraum
  • technisch
  • Schaukelwanne, Hängematte, Wasserbett, Musiksitzsack
  • Personell
  • 5 Heilerzieher

Die Heilerzieher finden im Bereich Neurologie ihren Einsatz auf der Intensivstation und der Maximalpflegestation.

Allen Förderangeboten durch diese Abteilung liegt die ganzheitliche Betreuung der Patienten zugrunde.

Das heißt, der Mensch wird als Einheit von Körper, Geist und Seele betrachtet. An erster Stelle steht nicht die medizinische, pflegerische und krankengymnastische Versorgung, sondern der Ausgleich zum Klinikalltag und die Befriedigung der Grundbedürfnisse um das Hauptziel, welches das körperliche (im Sinne von Körperwahrnehmung) und emotionale Wohlbefinden der Patienten ist, zu erreichen. Dieses ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen aller weiteren Therapien (Physiotherapie, Ergotherapie ...).

Da es sich um Patienten mit schwersten Wahrnehmungsstörungen handelt, wird über die Befriedigung der niedrigsten psychosozialen Grundbedürfnisse (wie dem Bedürfnis nach Geborgenheit und Sicherheit) versucht, die Wahrnehmung der Umwelt und der eigenen Person zu sensibilisieren.

Weiterhin soll einer psychischen und sensorischen Deprivation (Persönlichkeitsveränderung und Veränderungen des Körpergefühls durch Mangel von Sinneseindrücken) entgegengewirkt werden, die bei wahrnehmungsgestörten Patienten durch den Verlust der eigenaktiven Bewegungs- und Wahrnehmungsfähigkeit hervorgerufen wird.

Zur Erreichung dieser Ziele wird hauptsächlich nach dem Konzept der basalen Stimulation, von Andreas Fröhlich gearbeitet. Dies ermöglicht einen Einstieg in die Förderung von Patienten früher Rehabilitationsphasen. Die basale Stimulation orientiert sich an den entwicklungspsychologischen Erkenntnissen der Wahrnehmungsentwicklung in der Embryonalphase. Vom Patienten wird keine Art von Aktivität erwartet.

Aber auch durch die hier angewendete Wahrnehmungsförderung nach Felicie Affolter werden durch das Führen neue Qualitäten auf dieser Ebene erreicht. Durch Führen oder Begleiten von Bewegungen, bekommt der Patient Spürinformationen vermittelt, wodurch der Aufbau neuer eigenverantwortlicher Tätigkeiten angeregt wird (z. B. selbst waschen).

Hauptziel des Therapieangebotes „Heilpädagogik“ ist im Bereich der Querschnittgelähmtenbehandlung, der Ausgleich und die Entspannung zum Klinikalltag und die Unterstützung bei der Wiedereingliederung des Patienten in das soziale Umfeld.


Sozialdienst          Nach oben

Der Sozialdienst

  • berät in sozialen und /oder sozialrechtlichen Fragen, insbesondere die mit dem Krankenhausaufenthalt und seinen Ursachen und Folgen in Zusammenhang stehen;
  • wird tätig bei der Vorbereitung der Entlassung, bei der Sicherung der Nachsorge und im Bereich der medizinischen, sozialen, beruflichen und schulischen Rehabilitation
  • leistet Unterstützung bei der Antragstellung nach den Sozialgesetzen (BSHG, SGB I-XI, BGB, BVG, Opferentschädigungsgesetz)
  • arbeitet interdisziplinär mit anderen Fachbereichen zusammen (Ärztlicher Dienst, Ergo-/ Physio-/ Heil-/ Sporttherapeuten und Logopäden, Psychologen, Pflegekräften…)

Der Sozialdienst der BDH-Klinik Greifswald nimmt Kontakt zu allen Patienten und deren Angehörigen auf und steht jederzeit für Gespräche zur Verfügung.

Ausstattungsmerkmale:

  • Personell
  • 2,5 Stellen Diplom Sozialpädagogen/ -arbeiter

Leistungsspektrum des Sozialdienstes

1. Hilfen zur beruflichen Rehabilitation

  • Beratung und Unterstützung bei der stufenweise Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess
  • Anregung beruflicher Neuorientierung (Einleitung von Erstausbildungs- bzw. Umschulungsmaßnahmen, medizinische Belastungserprobung in der BDH-Klinik Greifswald und im vorberuflichen Bereich im Berufsbildungswerk Greifswald)
  • Vermittlung von Berufsberatung in Zusammenarbeit mit den Agenturen für Arbeit, Rentenversicherungsträgern und Berufsgenossenschaften, Hilfe bei Arbeitssuche
  • Zusammenarbeit mit Integrationsfachdiensten

2. Hilfen zur Klärung der Wohnsituation

  • Hilfe bei der Wohnungssuche unter Einbeziehung der zuständigen Ämter und Behörden
  • Unterstützung und Beratung zu Maßnahmen der Wohnraumfürsorge (Wohnraumanpassung in Zusammenarbeit mit der Ergotherapie und einem Sanitätshaus)
  • Klärung bezüglich finanzieller Fördermöglichkeiten durch die Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungsträger, Integrationsämter, Pflegekassen oder Sozialamt

3. Hilfen zur Sicherung der Nachsorge

  • Vermittlung in stationäre und teilstationäre Einrichtungen der Pflege
  • Beratung und Vermittlung von ambulanter häuslicher Hilfe (Pflegedienste, Sozialstationen, Essen auf Räder etc.)
  • Beratung zur Entlastung in der Haushaltsführung/ Kinderbetreuung
  • Informationen über Selbsthilfegruppen, andere Hilfssysteme und gemeinnützige Vereine und Interessenvertretungen
  • Informationen und Kontakte zu psycho-sozialen Beratungsdiensten

4. Hilfen bei der Durchsetzung von finanziellen Ansprüchen

  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Krankengeldzahlung durch Arbeitgeber/ gesetzliche Krankenkassen/ Agenturen für Arbeit…
  • Rentenansprüche ( BU/EU- Rente, Altersrente)
  • Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG)
  • Leistungen der Pflegeversicherung (SGB XI)

5. Hilfen zur Abklärung rechtlicher Angelegenheiten

  • Einleitung von Betreuungsmaßnahmen nach dem Betreuungsgesetz
  • Beratung bei der Inanspruchnahme versicherungsrechtlicher Ansprüche (Kfz-Haftpflichtversicherung, private Unfall- und Haftpflichtversicherung)
  • Informationen über Nachteilsausgleiche nach dem SGB IX

6. Frage der Mobilität

  • Beratung über Kfz-Hilfen zur Finanzierung einer notwendigen Kfz-Fahrnachschulung, Kauf eines Neu- bzw. Gebrauchtwagens incl. Des behindertengerechten Umbaus
  • Zusammenarbeit mit einer fachgerechten Fahrschule