Im September 1996 legte Frau Dr. Hannelore Kohl, in ihrer Eigenschaft als Präsidentin des Kuratoriums „Zentrales Nervensystem“ (heute: die ZNS – Hannelore-Kohl-Stiftung) für das Neurologische Rehabilitationszentrum (NRZ) nach einer konzeptionellen Idee von Prof. Gaab und durch die Unterstützung
des BDH auf dem Grundstück Liebknechtring/ Petershagenallee den Grundstein.
Bereits ein gutes Jahr später, im September 1997, konnte das Richtfest des Klinikgebäudes, heutiges Hauptgebäude, gefeiert werden. Bau und Ausstattung umfassten dabei ein Investitionsvolumen von über 30 Millionen Euro, die im Wesentlichen vom Land Mecklenburg-Vorpommern und vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung als Bundesmodellprojekt getragen wurden. Auch das Kuratorium „Zentrales Nervensystem“ beteiligte sich an den Kosten.
Im September 1998 wurde bereits ein Teilbetrieb aufgenommen, als Frau Dr. Hannelore Kohl und Frau Dr. Angela Merkel, damals noch Ministerin, das NRZ besuchten. Beide zeigten sich beeindruckt von Konzept und Ausstattung der Klinik. Frau Dr. Hannelore Kohl nutzte dabei den Besuch auch, um einen gespendeten behindertengerechten Kleinbus zu übergeben.
Nach zweijähriger Bauzeit wurde das NRZ als eine der modernsten Kliniken Deutschlands am 17. September 1998 feierlich eröffnet. In Kooperation mit der Universitätsklinik Greifswald konnte das NRZ bereits in 112 Betten Schädel-Hirn-Geschädigte und querschnittgelähmte Patienten versorgen. Dabei waren 54
Arbeitsplätze entstanden. Vom Sozialministerium M-V wurde das NRZ Greifswald als Schwerpunktklinik für Querschnittgelähmte für das gesamte Bundesland und für neurologische Rehabilitation für Vorpommern ausgewiesen.
Bei der feierlichen Eröffnung konnten Herr Erwin Weißenberg und Herr Werner Scheffler in ihrer Funktion als Geschäftsführer des Neurologischen Rehabilitationszentrums als Gäste u. a. Staatssekretär Dr. Tretmeier in Vertretung von Bundesminister Dr. Norbert Blüm, Hinrich Kuessener, Sozialminister von M-V, Prof. Dr. Kohler, den Rektor der Ernst-Moritz-Arndt Universität, Prof. Dr. E. Werner, Dekan der medizinischen Fakultät der Universität Greifswald und Prof. Dr. Michael Gaab, ärztlicher Direktor des Klinikums der Universitätsklinikums Greifswald, begrüßen.
Ein halbes Jahr später, im März 1999, wurde die letzte Station des NRZ in Betrieb genommen. Von den insgesamt 112 Betten waren bereits jetzt über 90 Betten belegt. Die damals neue Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Frau Dr. Martina Bunge, besuchte das NRZ und fand nach Gesprächen mit anwesenden Patienten für seine Ausstattung und das Versorgungskonzept nur lobende Worte.
Im April 1999 starteten das Neurologische Rehabilitationszentrum, das Freizeitbad Greifswald, die Tauchschule PRO AQUA, das Berufsbildungswerk (BBW) und der Behinderten-Sportverband Mecklenburg-Vorpommern in Greifswald ein gemeinsames Pilotprojekt zum Tauchen mit Behinderung, um in Kursen auch diese Menschen in die Kunst des Sporttauchens einzuführen.
Ebenfalls im April 1999 wurde durch Vertreter der Volkswagen AG Wolfsburg, des Autohauses Greif und der Automobiltechnik Greifswald das erste behindertengerecht umgerüstete Übungsfahrzeug übergeben. An diesem motorlosen VW Golf mit verschiedenen Zusatzgeräten können Patienten mit körperlichen Beeinträchtigungen seitdem die Steuerung und Bedienung eines Autos innerhalb der Rehabilitation üben.
Unter dem Motto „Mobilität für alle“ fand im Juni 1999 vor dem NRZ erstmals die
„Reha-Mobil-Ausstellung“ statt. Patienten mit Einschränkungen erlebten vor Ort, dass dank moderner Technik selbst bei extremen körperlichen Behinderungen auf Mobilität nicht verzichtet werden muss.
Ein Jahr nach Inbetriebnahme öffnete das NRZ Greifswald das erste Mal am 30. August 1999 seine Türen, um interessierten Gästen einen Einblick in das Klinikgeschehen zu ermöglichen. Durch die angebotenen Führungen, Vorträge und persönlichen Tests informierten sich an diesem „Tag der offenen Tür“ zahlreiche Gäste über das Leistungsangebot der Einrichtung.
Im Dezember 1999 wurde im NRZ ein Betriebsrat gegründet. Dieser vertritt seitdem nicht nur die Interessen der Mitarbeiter oder berät während der monatlich stattfindenden Betriebsratssitzung die Geschäftsleitung zu wirtschaftlichen Problemen. Der Betriebsrat sieht es auch als eine seiner Hauptaufgaben, die Mitarbeiter zu motivieren. Durch Planung gemeinsamer Aktivitäten fördert er ein positives Betriebsklima.
Im März 2000 fand in Greifswald erstmals das Symposium „Standards in der Behandlung Querschnittgelähmter“ statt, das sich ausschließlich Fragen der Behandlung dieser Patienten widmete. Mediziner aus allen Querschnittgelähmtenzentren der Bundesrepublik nahmen daran teil. Es wurden Vorträge über den Stand und die Aussichten bei der Behandlung Querschnittgelähmter gehalten. Das Grußwort zu diesem Symposium hielt Frau Dr. Martina Bunge, Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2000 wird dieses Symposium jährlich durch das Neurologische Rehabilitationszentrum organisiert und durchgeführt.
Im Jahr 2000 erhielt das NRZ die Anerkennung für das BGSW-Verfahren (berufsgenossenschaftliche stationäre Weiterbehandlung). Ein Jahr nach dem Start des gemeinsamen Pilotprojekts zum Tauchen mit Behinderung wurde im September 2000 der erste Behindertentauchtag veranstaltet. Immer mehr Patienten und Interessierte folgen der Einladung zu diesem, seitdem jährlich, stattfindenden Tag.
Im Jahr 2001 ist die Planbettenzahl von 12 auf 30 erhöht worden. Im selben Jahr wurde das NRZ als An-Institut auch wissenschaftlicher Partner der EMAU.
Im Januar 2002 besuchte Herr Rolf Seutemann, damaliger Präsident des Landesarbeitsamtes Nord, das NRZ Greifwald, um sich persönlich darüber zu informieren, welche Auswirkungen das in Deutschland einzigartige „Greifswalder Versorgungsmodell der Drei-Phasen-Kooperation“ für Betroffene hat. Durch die Bündelung der großen Spezialeinrichtungen Universitätsklinik, NRZ und BBW in unmittelbarer Nachbarschaft konnte das Modell um die medizinisch-berufliche Rehabilitation erweitert werden.
Im Juni 2002 feierten wir Richtfest für den Anbau an der bereits bestehenden Tagesklinik. Durch die zusätzlichen Räume sollten die Therapiemöglichkeiten erweitert und auch verbessert werden. Im Jahr 2002 hat sich die Zahl der Planbetten zur Akutbehandlung auf 46 erhöht.
Im Februar 2003 besuchte Altkanzler Dr. Helmut Kohl das NRZ, wo er mit Vertretern der Einrichtung, der Universität und des BBW zusammentraf. Der CDU-Politiker wollte sich dafür stark machen, dass das in Greifswald betriebene Drei-Phasen-Modell auch deutschlandweit zum Tragen kommt.
Im April 2003 konnte der Anbau der Tagesklinik feierlich mit der Schlüsselübergabe eröffnet werden. Der 3,3 Millionen Euro teure Bau mit 890 Quadratmetern, der harmonisch an die bestehenden Gebäude angegliedert wurde, ermöglicht die ambulante Behandlung von bis zu 22 Patienten.
Im September 2003 erlebte das NRZ anlässlich seines fünfjährigen Bestehens einen wahren Besucherandrang. Zum zweiten Mal in der Zeit seines Bestehens öffnete man die Pforten mit zahlreichen Aktionen für alle Interessenten und erlebte eine große Resonanz.
Im Oktober 2003 übergab der bisherige Ärztliche Direktor der Einrichtung, Prof. Dr. Thomas Treig, sein Amt an den Chirurgen Prof. Dr. Eberhard Gläser. Dr. Thomas Treig hatte an wichtigen Entwicklungen des Neurologischen Rehabilitationszentrums mitgewirkt.
Ebenfalls im Jahr 2003 wurde im NRZ die Einführung des Produkts MedFolio Nexus begonnen. Mit der Umstellung der gesamten Patientendokumentation auf digitale Krankenakten beschritt das NRZ neue Wege in der Dokumentation und optimierte dadurch die Ablauforganisation im medizinischen Bereich bzgl. der multiprofessionellen Zusammenarbeit und die Informationsverteilung. Auch wurde in diesem Jahr die Vereinbarung über die ambulante neurologische Rehabilitation unterzeichnet und im NRZ fand das Internationale Symposium zur Situation traumatisierter Kinder statt. Außerdem startete das Pilotprojekt „Teletherapie".
Im Januar 2004 war das NRZ das erste Mal als eine von neun Gesundheitseinrichtungen in M-V auf der „Arab Health “ in Dubai vertreten, um dort seine medizinische Kompetenz auf dem internationalen Markt zu präsentieren.
Im März 2004 besuchte die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Frau Dr. Marianne Linke, das NRZ, um sich zum einen von der Leistungsfähigkeit der Einrichtung zu überzeugen, zum anderen aber auch, um zu erfahren, welche Auswirkungen die aktuellen Gesetzesänderungen auf die Greifswalder Spezialklinik haben.
Im November 2004 wurde mit einem Festakt im NRZ das Aphasie-Zentrum M-V in Kooperation mit dem BDH, dem Landesverband und dem Bundesverband für die Rehabilitation der Aphasiker e. V. eröffnet. Seitdem erhalten Menschen mit Sprechdefiziten hier Hilfe und Beratung sowie Sprach- und Kommunikationstraining. Ebenfalls im Jahr 2004 erhielt das NRZ den Status „Besondere Einrichtung“ und es wurde als technische Weltneuheit eine spezialisierte Röntgenanlage installiert. Herr Jürgen Goecke, Geschäftsführer der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, wurde als Gast begrüßt.
Im Jahr 2005 konnte die Planbettenzahl zur Akutbehandlung auf 54 erhöht werden.
Zudem wurden im selben Jahr zahlreiche ausländische Delegationen, z. B. aus Schweden und Brasilien, zur Besichtigung und zum Informationsaustausch im NRZ empfangen. Nach vielen Jahren der erfolgreichen Zusammenarbeit wurde Prof. Dr. Thomas Treig verabschiedet.
In den Jahren 2005 und 2006 besuchte Frau Dr. Marianne Linke das NRZ erneut.
Im Juni 2006 wurde im Rahmen einer Benefizgala eine Stele zum Gedenken an Frau Dr. Hannelore Kohl, der Wegbereiterin zur Entstehung des NRZ in Greifswald, enthüllt. Die 1,90 Meter hohe Holzskulptur mit dem Porträt der im Jahre 2001 Verstorbenen wurde im Eingangsbereich aufgestellt.
Im August 2006 wurde mit einem feierlichen Spatenstich im Beisein von Vertretern der Universität und der Präsidentin der ZNS-Hannelore-Kohl-Stiftung, Frau Henriette Ohoven, mit dem Neubau einer Station begonnen.
Im September 2006 übernahm Herr Priv.-Doz. Dr. Thomas Platz seine Tätigkeit als Chefarzt der Abteilung für Neurologische Rehabilitation und Frührehabilitation.
Im März 2007, nach nur 9 Monaten Bauzeit, wurde im NRZ eine Station mit kindge-
rechter Ausstattung zur Behandlung von Schädel-Hirn-Verletzungen und Querschnittlähmungen als erste dieser Art in M-V eingeweiht. Neu eingestellte Mitarbeiter betreuen seitdem auf der 24 Betten umfassenden „Alfried-Krupp-Station“ die Patienten. Dabei wurde in ihrer Einrichtung von der üblichen
Gradlinigkeit herkömmlicher Klinikarchitektur abgewichen und mit farbenfrohen Elementen gearbeitet, um unseren Patienten einen angenehmen und entspannten Aufenthalt zu ermöglichen.
Mit einem Besuch des Sozialministers M-V, Herrn Erwin Sellering, wurde bereits im April 2008 im NRZ das zehnjährige Jubiläum der Klinik eingeleitet. Dabei zeigte sich der Minister sehr interessiert und bot weitere Unterstützung durch das Sozialministerium M-V an.
Im September 2008 feierten wir unser 10-jähriges Jubiläum. Seit der Inbetriebnahme im Jahre 1998 erlebte die Greifswalder Klinik eine ständige Erweiterung sowohl räumlich als auch im Leistungsspektrum. Bis jetzt entstanden über 330 Arbeitsplätze. Für die Patientenversorgung stehen inzwischen 144 Betten in Ein- und Zweibettzimmern zur Verfügung, zusätzlich 22 tagesklinische Plätze.
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